Windkraft und ihre Auswirkungen auf die Natur

Windkraftanlagen können die empfindliche Balance unserer Natur stören. Erfahren Sie hier, wie der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen die Flora und Fauna in unserer Region, insbesondere im Wald, beeinträchtigen.

Greifvögel

Bei Tieren endet die Debatte nicht bei einem gefundenen Kadaver. Windenergie wirkt über Kollisionen, Verdrängung, Meidung, Habitatverlust, neue Verkehrsachsen und zerschnittene Funktionsräume. Für Greifvögel ist die Datenlage besonders deutlich.

Greifvögel sind regelmäßig dokumentierte Schlagopfer von Windenergieanlagen.

Beim Seeadler sank in der untersuchten Population die jährliche Überlebensrate territorialer Altvögel in Windenergie-Nähe um 7,6 Prozent.

Rotmilane sterben an Windenergieanlagen. 41 GPS-bestätigte Kollisionen sind in der Europa-Studie von 2025 direkt dokumentiert. Größere Rotoren erhöhten dort die Kollisionswahrscheinlichkeit.

Quellen: https://zslpublications.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/acv.12988 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320724001666#s0090 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320725005191 

Gefährdung von Fledermäusen

Fledermäuse sterben an Windenergieanlagen durch Kollisionen und weitere anlagennahe Mechanismen. Die Fledermäuse kommen in die Luftverwirbelungen an oder hinter den Rotorblättern. Und das verursacht ein sogenanntes Barotrauma. Man findet dann äußerlich unversehrte Tiere als Schlagopfer unter den Anlagen. Diese Tiere sterben an inneren Blutungen. Zusätzlich dokumentiert die systematische Review Verdrängung in 21 von 29 untersuchten Fledermausfällen; die mittleren Distanzen reichten bis etwa einen Kilometer.

Für Waldstandorte kommt ein zweites Problem hinzu: Quartierbäume, Jagdräume, Flugwege und Waldränder bilden zusammen einen Funktionsraum. Rodung und Erschließung verändern diesen Raum bereits vor dem ersten Anlagenbetrieb.

Quellen: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320723004834#s0030 

https://www.mdr.de/wissen/klima/fledermaus-windrad-schlag-opfer-artenschutz-klimaschutz-100.html 

Verdrängung

Tiere verlieren nutzbaren Raum

Eine systematische Review von 84 peer-reviewten Studien lieferte 160 auswertbare Fälle. Verdrängung wurde in 63 Prozent der Vogelfälle, 72 Prozent der Fledermausfälle und 67 Prozent der Landsäugetierfälle dokumentiert.

Bei Greifvögeln zeigten 24 von 30 Fällen Verdrängung, bei Wasservögeln 6 von 7. Bei Fledermäusen waren es 21 von 29 Fällen. Damit endet die Wirkung eines Windparks nicht am Mast und nicht an der Rotorfläche.

Klartext: Ein Tier muss nicht erschlagen werden, damit Lebensraum verloren geht. Meidung und Verdrängung verkleinern den tatsächlich nutzbaren Raum.

Quellen: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320723004834#s0030