Die Oberlausitz 

Unsere Landschaft ist ein Wirtschaftsgut

Der Landkreis Görlitz vermarktet seine touristischen Stärken ausdrücklich mit Natur, Landschaft, Radfahren und Wandern. Für den Norden des Landkreises stehen Radwandern, Erholung, Parks und Gärten im Mittelpunkt. Niesky selbst bezeichnet sich als zentralen Anlaufpunkt für den Radtourismus. Die Neißelandtour startet und endet in Niesky und führt durch Wälder, Heide- und Teichlandschaften, Seen und ländliche Räume.

Damit ist die Landschaft hier nicht bloß Kulisse. Sie ist Teil des touristischen Produkts. Windenergieanlagen von weit über 200 Metern Gesamthöhe verändern Sichtachsen und Landschaftsräume dauerhaft. Wer diese Räume großflächig technisch überprägt, greift deshalb direkt in einen Standortfaktor ein, mit dem unsere Region Gäste gewinnen will.

Quellen: Landkreis Görlitz, Tourismuskonzept und Tourismuskonzeption für die touristischen Regionen; Stadt Niesky, Integriertes Stadtentwicklungskonzept – Vorhaben Radwanderwegenetz; Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, Neißelandtour.

Deutschlandstudie 2026: Windenergie senkt Hotelübernachtungen

Eine 2026 im Fachjournal Energy Economics veröffentlichte Deutschlandstudie untersuchte Windenergieanlagen, Immobilienpreise, Mieten, Baugenehmigungen und Hotelübernachtungen auf Gemeindeebene. Das Ergebnis beim Tourismus ist eindeutig: Eine Windturbinenplatzierung im untersuchten räumlichen Umfeld senkte die Hotelübernachtungen im Modell um 1,5 Prozent.
Das ist keine Befragung über Befürchtungen und kein Stimmungsbild. Die Studie arbeitet mit tatsächlichen Übernachtungsdaten und identifiziert einen messbaren Rückgang der touristischen Nachfrage.

Der Effekt endet nicht an der Gemeindegrenze

Bereits eine deutschlandweite Studie von Broekel und Alfken wertete Tourismusdaten und Windenergiestandorte in deutschen Gemeinden aus. Für küstenferne Regionen bestätigte sie einen negativen Zusammenhang zwischen Windenergieanlagen und touristischer Nachfrage. Die Analyse bezog ausdrücklich auch Anlagen im Umland ein; negative Effekte wurden bis in einen Umkreis von 20 Kilometern untersucht und nachgewiesen.

Für eine Binnenregion wie die Oberlausitz ist das besonders relevant. Urlauber erleben Landschaft nicht nach Verwaltungsgrenzen. Ein Windpark außerhalb eines Orts kann trotzdem den Blick vom Radweg, vom Wanderweg, vom See oder von einer Unterkunft prägen.

Weniger Gäste treffen mehr als nur Hotels

Touristische Wertschöpfung endet nicht an der Rezeption. Übernachtungsgäste nutzen Gastronomie, Einzelhandel, Museen, Veranstaltungen, Ausflugsziele, Radverleih und weitere Dienstleistungen. Sinkende Übernachtungszahlen treffen deshalb eine ganze Kette regionaler Betriebe.

Für eine ländliche Region, die gezielt Natur-, Rad- und Erholungstourismus stärken will, ist die Veränderung der Landschaft deshalb keine Nebensache. Windenergieplanung ist hier zugleich Tourismus- und Wirtschaftspolitik.

Quellen: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140988326002008#sec6 

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0301421515300495 

 

Niesky

Niesky wirbt mit Ruhe, Natur und aktiver Erholung

Die Stadt Niesky wirbt selbst mit ihrer Lage in der Oberlausitzer Seen-, Teich- und Berglandschaft, mit faszinierender Natur, Ruhe, Entspannung und aktiver Freizeitgestaltung. Die Stadt ist Ausgangspunkt regionaler Radrouten und vermittelt Unterkünfte sowie Ausflugsangebote.

Genau deshalb muss die Frage gestellt werden, ob eine großflächige technische Überprägung der umgebenden Wälder und Landschaftsräume zu dem touristischen Profil passt, das Niesky und der Landkreis über Jahre aufgebaut haben. Landschaft ist hier kein austauschbarer Hintergrund – sie gehört zum Angebot.

Quelle: https://www.museum-niesky.de/seite/766782/touristinformation.html